Epiphanie
Die Weisen aus dem Morgenland – was wirklich in der Bibel steht
In der Weihnachtsgeschichte nach dem Matthäus-Evangelium ist von „Weisen aus dem Morgenland“ die Rede. Sie folgen einem Stern, suchen den neugeborenen Jesus und bringen ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Auffällig ist:
Die Bibel sagt nicht, wie viele es waren.
Sie nennt keine Namen.
Und sie nennt sie keine Könige.
Das überrascht – vor allem, weil Matthäus besonders für Menschen mit jüdischem Hintergrund schreibt. Umso bemerkenswerter ist: Die ersten, die Jesus als etwas Besonderes erkennen, sind Fremde aus dem Ausland. Menschen, die von außerhalb kommen – und sich trotzdem auf den Weg machen.
Warum wurden daraus „drei Heilige Könige“?
Dass wir heute von den Heiligen Drei Königen sprechen, ist das Ergebnis einer langen Entwicklung.
- Drei wurden es, weil drei Geschenke genannt werden.
- Könige wurden sie, weil alte biblische Texte davon erzählen, dass Könige kommen und Geschenke bringen, wenn Gott sein Heil schenkt.
- Die heute bekannten Namen – Melchior, Caspar und Balthasar – tauchen erst viele Jahrhunderte später auf.
So wuchs aus der kurzen biblischen Erzählung im Laufe der Zeit eine reiche Tradition, die bis heute weiterlebt.
Jung, mittelalt und alt – was das bedeuten soll
In vielen Darstellungen – auch in unserer Pfarrei – sind die drei Könige unterschiedlich alt:
- ein junger,
- ein mittelalter,
- ein alter Mann.
Das ist kein Zufall. Sie stehen für alle Lebensalter:
für Jugend, für das mittlere Leben und für das Alter.
Die Botschaft dahinter: Menschen jeden Alters können sich auf den Weg machen und Gott begegnen.
Warum ein schwarzer König?
In späteren Darstellungen bekam jeder König eine andere Herkunft - jeder repräsentierte einen Kontinent der damals bekannten Welt:
- Europa,
- Asien,
- Afrika.
Deshalb wird einer der Könige oft schwarz dargestellt. Er steht dafür, dass alle Völker und Kulturen angesprochen sind. Die Geschichte von Jesus ist keine Geschichte für wenige – sondern für die ganze Welt.
Gold, Weihrauch und Myrrhe – mehr als wertvolle Geschenke
Die drei Gaben sind kostbar – und zugleich symbolisch:
- Gold steht für Würde und Königtum.
- Weihrauch wurde im Gottesdienst verbrannt – er steht für Anbetung und das Göttliche.
- Myrrhe war ein Heil- und Salbmittel – sie erinnert daran, dass Jesus auch Mensch ist, mit allem, was dazugehört - wie Krankheit und Tod.
Zusammen erzählen die Geschenke eine Botschaft:
Dieses Kind ist König, Gott nahe – und zugleich menschlich wie wir.
Eine Geschichte mit Tiefe – bis heute
Die Heiligen Drei Könige sind mehr als Figuren aus der Krippe.
Sie stehen für Suche, für Fragen, für den Mut, aufzubrechen.
Und für die Hoffnung, dass Gott sich von ganz unterschiedlichen Menschen finden lässt.
Vielleicht liegt genau darin ihre zeitlose Kraft.
Was bedeutet "Epiphanie"
Das Wort Epiphanie klingt erst einmal fremd. Dabei beschreibt es etwas, das viele Menschen kennen:
einen Moment, in dem plötzlich etwas klar wird.
„Epiphanie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Erscheinung oder Offenbarung. Gemeint ist ein Augenblick, in dem sich etwas zeigt, das vorher verborgen war – wie ein inneres Aufleuchten: Ach so! Jetzt verstehe ich es.
Epiphanie in der Bibel
Im christlichen Glauben ist mit Epiphanie die Erscheinung Gottes in Jesus gemeint. An Weihnachten wird seine Geburt gefeiert – an Epiphanie geht es darum, wer dieses Kind eigentlich ist.
Die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland passt genau dazu:
Menschen von weit her erkennen in dem Kind etwas Besonderes. Für sie ist es ein Epiphanie-Moment – eine Erkenntnis, die ihr Leben verändert.
Epiphanie im Alltag
Auch heute erleben Menschen Epiphanien:
-
wenn plötzlich klar wird, warum etwas nicht funktioniert hat,
-
wenn ein Gespräch neue Perspektiven öffnet,
-
wenn man merkt: Darauf kommt es wirklich an.
Solche Momente lassen sich nicht erzwingen. Sie geschehen – oft leise, manchmal überraschend.
Ein Fest der Erkenntnis
Epiphanie erinnert daran:
Nicht alles im Leben ist sofort verständlich. Manche Dinge erschließen sich erst mit der Zeit – oder in einem besonderen Moment.
Und manchmal braucht es nur einen Augenblick, in dem Licht ins Dunkel kommt.
20 * C + M + B + xx
Der Segensspruch an den Türen zum Dreikönigsfest ist kein Geheimcode und auch keine Abkürzung für die Namen der Heiligen Drei Könige.
C + M + B steht für den lateinischen Satz
„Christus mansionem benedicat“ –
Christus segne dieses Haus.
Die Zahlen davor und dahinter (20… …xx) stehen für das Jahr, in dem der Segen angebracht wird.
Der Stern oder das Kreuz dazwischen erinnert daran:
Dieser Segen wird im Namen Gottes gesprochen.